CeBisch - Umwelt-Methodik-Methode
nach Lambértlive by
KAUZIS
CeBisch/Umwelt/Methodik/...
Die Methode nach Lambért ist im Jahre 1997 entstanden. Es handelt sich dabei nicht um die Idee eines einzelnen Menschen, sondern um das Produkt einer Arbeitsgruppe.
Beteiligt waren dabei Forstleute, Lehrer, Schauspieler, Künstler, Eltern und Kinder aus verschiedenen Regionen und verschiedensten Alters. Es sollte keine Methode neu erschaffen werden, sondern vielmehr aus den eigenen Erfahrungen, vermengt mit Einflüssen anderer Umweltpädagogen eine schriftliche Festlegung allgemeiner Grundsätze für die Durchführung von umweltpädagogischem Unterricht erfolgen.
Das Ergebnis war somit keine theoretische Abhandlung die nun auf eine praktische Umsetzung wartete, sondern ausschließlich eine Zusammenfassung von erfolgreich erprobten Übungen, Abläufen und einiger Grundsätze bei der Durchführung von umweltpädagogischem Unterricht.
Wichtig war es den Entwicklern dieser Methode, dass einige Grundsätze hinsichtlich der allgemeinen Gestaltung des Umganges mit den Teilnehmenden eingehalten werden.
Die Eckpfeiler nach Lambért sind folgende drei Grundsätze nach denen unabhängig von den Teilnehmern und dem Veranstaltungsort vorgegangen werden muss.
Die Freiwilligkeit
Wer etwas unter Zwang machen muss - auch wenn er dies
grundsätzlich gerne tun würde - hat dennoch das Gefühl
der Freiwilligkeit nicht und entwickelt so automatisch eine
Abneigung gegen die Anweisung - nicht jedoch gegen die Sache
an sich.
Lambért verlangt somit die absolute Freiwilligkeit. Wer, egal was auch immer und aus welchem Grund nicht tun möchte, muss dies auch nicht tun. Diesen Nicht-Mitmachen muss selbstverständlich nicht begründet werden.
Die Wertungslosigkeit
Der Umweltpädagoge ist in der glücklichen Lage keine
Wertung abgeben zu müssen. Über Sinn und Unsinn der
Wertung von Arbeit - auch Schule ist Arbeit - lässt sich
grundsätzlich diskutieren. Wertungslosigkeit ist jedoch
nicht so zu verstehen, dass für gute Ideen, Arbeit oder
dergleichen kein Lob ausgeteilt wird. Ganz im Gegenteil ist
jedwede Belobigung motivierend und muss daher einen sehr
hohen Stellenwert einnehmen.
Unter Wertungslosigkeit ist hier vielmehr gemeint, dass - vor allem im kreativen Schaffen - eine Wertung zwischen schön und weniger schön nicht gemacht werden kann - und mit einer solchen Bewertung die Kreativität zerstört werden würde.
Das
Antiautoritäre
Grundsätzlich gilt bei Lambért die vollkommene
Antiautorität. Doch auch dies ist relativ zu betrachten, da
gerade bei großen Gruppen - ohne entsprechendes
Durchgreifen - Unterrichts sehr oft verunmöglicht wird.
Beim Verzicht auf Autorität ist vielmehr gemeint, dass
Zwang - da in den wenigsten Fällen zielführend - nicht
ausgeübt wird.
Antiautoritäres Unterrichten im Sinne von Lambért meint, dass an Stelle von Vorschriften - Abmachungen getroffen werden. Das Ziel wird somit erreicht, für die TeilnehmerInnen scheint es jedoch eine freiwillige Angelegenheit zu sein und wird somit bei weitem angenehmer empfunden.
Lambért verlangt im Weiteren zwingend die Einhaltung des 7-Stufen-Planes, welcher wie folgt aussieht:
1. Stufe - Das Vorbereitungsgespräch
Im ersten Schritt erfolgt ein Gespräch mit den
Lehrpersonen bzw. den Gruppenleitern um abzuklären welches
Thema behandelt werden, welche Teile besonders hervorgehoben
werden sollen. Weiters wird der Umweltpädagoge in Kenntnis
gesetzt welches Vorwissen die Teilnehmer haben und auch
grundsätzliche Daten, wie Gruppengröße, Alter,
Geschlechterverhältnis und ähnliche unterrichtsrelevante
Dinge.
2. Stufe - Vorbereitende Materialien
Wer die Gruppe vorbereiten möchte, erhält
entsprechende Materialien welche den besprochenen Themen
entsprechen. Grundsätzlich ist jedoch die Durchführung von
umweltpädagogischem Unterricht auch ohne besonderer
Vorbereitung möglich.
3. Stufe - Vorbereitung vor Ort
Vor der Durchführung des Unterrichtes wird, insofern
der vorgesehene Unterrichtsort nicht bekannt ist, derselbe
aufgesucht um die Übungen und Inhalte auf den gewählten
Standort abstimmen zu können. Zum Teil verlangen die
Übungen auch konkrete Vorbereitungen im Freien.
Insbesondere bei großen Gruppen und bei solchen verwendete
Übungen die es ermöglichen bis zu 200 Teilnehmer
einzubinden, ist eine gründliche Vorbereitung erforderlich.
4.
Stufe - Der Unterricht
Diese Stufe bildet den eigentlichen Unterricht. Dabei
sind zwei Dinge wesentlich. Einerseits dass die
TeilnehmerInnen stets von der Schule bzw. dem vereinbarten
Treffpunkt abgeholt und wieder dorthin zurückgebracht
werden.
Andererseits die Einbindung des spielerischen Elementes. Bei Kindern muss der Anteil an Spielen überwiegen, beinahe der gesamte Unterricht wird auf Spiele aufgebaut. Aber auch bei Erwachsenen werden Spiele eingesetzt um damit die Aufnahmefähigkeit der Teilnehmenden zu fördern.
Unterschieden wird dabei zwischen Lern-, Kreativ- und Bewegungsspielen. Diese drei Arten müssen sich stets abwechseln. Besonders wichtig bei der Unterrichtsgestaltung ist das Festlegen des Beginns und des Endes der gemeinsam verbrachten Zeit. Als Einstieg muss immer eine Übung eingebunden werden die die Teilnehmer ermuntert oder je nach Situation zur Ruhe kommen lässt - um schließlich die erwünschte Aufmerksamkeit zu erhalten. Am Ende des Unterrichtes soll stets eine Übung gemacht werden, die den Teilnehmern die Möglichkeit bietet das Erlebte, Erfahrene nochmals zu wiederholen.
5. Stufe - Die
Rückmeldung
Ein nur kurzer - aber ungemein wichtiger Abschnitt im
7-Stufen-Plan nach Lambért ist die Rückmeldungsrunde am
Ende eines jeden Unterrichtes. Hierbei ist die Rückmeldung
seitens der TeilnehmerInnen gemeint. Wichtig ist dies für
den Betreuer - denn nur so kann er erfahren, wo seine
Stärken und wo seine Schwächen liegen. Auch wenn vielen
Umweltpädagogen diese Rückmelderunde unangenehm ist - da
insbesondere Kinder sehr ehrlich sein können - so stellt
sie eine Pflicht für jeden Betreuer dar, der nach nach
Lambèrt arbeitet.
6. Stufe - Nachbereitungsgespräch
So wie das Gespräch mit den TeilnehmerInnen nach dem
Unterricht wesentlich ist, so ist auch eine abschließende
Besprechung mit den Lehrpersonen oder Gruppenleitern von
eminenter Bedeutung. Hier bietet sich wiederum die
Gelegenheit einer kostenlos Kritik und zudem können an
dieser Stelle eventuelle Unklarheiten beseitigt und die
weitere Zusammenarbeit besprochen werden. Teil dieses
Gesprächs wird auch der Inhalt der 7. Stufe sein.
7.
Stufe - Nachbereitungsmaterial
Auf Wunsch der Lehrpersonen oder der Gruppenleitung
werden Material zur weiteren Aufarbeitung des behandelten
Themas zur Verfügung gestellt.
Methoden der Umweltpädagogik bei CeBisch:
- Methode nach Lambért
- Rucksackpädagogik
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