CeBisch - Umwelt-Methodik-Methode nach Lambértlive by KAUZIS
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26. Mai 2009
 Die Methode nach Lambért

Die Methode nach Lambért ist im Jahre 1997 entstanden. Es handelt sich dabei nicht um die Idee eines einzelnen Menschen, sondern um das Produkt einer Arbeitsgruppe.

Beteiligt waren dabei Forstleute, Lehrer, Schauspieler, Künstler, Eltern und Kinder aus verschiedenen Regionen und verschiedensten Alters. Es sollte keine Methode neu erschaffen werden, sondern vielmehr aus den eigenen Erfahrungen, vermengt mit Einflüssen anderer Umweltpädagogen eine schriftliche Festlegung allgemeiner Grundsätze für die Durchführung von umweltpädagogischem Unterricht erfolgen.

Das Ergebnis war somit keine theoretische Abhandlung die nun auf eine praktische Umsetzung wartete, sondern ausschließlich eine Zusammenfassung von erfolgreich erprobten Übungen, Abläufen und einiger Grundsätze bei der Durchführung von umweltpädagogischem Unterricht.

Wichtig war es den Entwicklern dieser Methode, dass einige Grundsätze hinsichtlich der allgemeinen Gestaltung des Umganges mit den Teilnehmenden eingehalten werden.

Die Eckpfeiler nach Lambért sind folgende drei Grundsätze nach denen unabhängig von den Teilnehmern und dem Veranstaltungsort vorgegangen werden muss.

Die Freiwilligkeit
Wer etwas unter Zwang machen muss - auch wenn er dies grundsätzlich gerne tun würde - hat dennoch das Gefühl der Freiwilligkeit nicht und entwickelt so automatisch eine Abneigung gegen die Anweisung - nicht jedoch gegen die Sache an sich.

Lambért verlangt somit die absolute Freiwilligkeit. Wer, egal was auch immer und aus welchem Grund nicht tun möchte, muss dies auch nicht tun. Diesen Nicht-Mitmachen muss selbstverständlich nicht begründet werden.

Die Wertungslosigkeit
Der Umweltpädagoge ist in der glücklichen Lage keine Wertung abgeben zu müssen. Über Sinn und Unsinn der Wertung von Arbeit - auch Schule ist Arbeit - lässt sich grundsätzlich diskutieren. Wertungslosigkeit ist jedoch nicht so zu verstehen, dass für gute Ideen, Arbeit oder dergleichen kein Lob ausgeteilt wird. Ganz im Gegenteil ist jedwede Belobigung motivierend und muss daher einen sehr hohen Stellenwert einnehmen.

Unter Wertungslosigkeit ist hier vielmehr gemeint, dass - vor allem im kreativen Schaffen - eine Wertung zwischen schön und weniger schön nicht gemacht werden kann - und mit einer solchen Bewertung die Kreativität zerstört werden würde.

Das Antiautoritäre
Grundsätzlich gilt bei Lambért die vollkommene Antiautorität. Doch auch dies ist relativ zu betrachten, da gerade bei großen Gruppen - ohne entsprechendes Durchgreifen - Unterrichts sehr oft verunmöglicht wird. Beim Verzicht auf Autorität ist vielmehr gemeint, dass Zwang - da in den wenigsten Fällen zielführend - nicht ausgeübt wird.

Antiautoritäres Unterrichten im Sinne von Lambért meint, dass an Stelle von Vorschriften - Abmachungen getroffen werden. Das Ziel wird somit erreicht, für die TeilnehmerInnen scheint es jedoch eine freiwillige Angelegenheit zu sein und wird somit bei weitem angenehmer empfunden.

Lambért verlangt im Weiteren zwingend die Einhaltung des 7-Stufen-Planes, welcher wie folgt aussieht:

1. Stufe - Das Vorbereitungsgespräch
Im ersten Schritt erfolgt ein Gespräch mit den Lehrpersonen bzw. den Gruppenleitern um abzuklären welches Thema behandelt werden, welche Teile besonders hervorgehoben werden sollen. Weiters wird der Umweltpädagoge in Kenntnis gesetzt welches Vorwissen die Teilnehmer haben und auch grundsätzliche Daten, wie Gruppengröße, Alter, Geschlechterverhältnis und ähnliche unterrichtsrelevante Dinge.

2. Stufe - Vorbereitende Materialien
Wer die Gruppe vorbereiten möchte, erhält entsprechende Materialien welche den besprochenen Themen entsprechen. Grundsätzlich ist jedoch die Durchführung von umweltpädagogischem Unterricht auch ohne besonderer Vorbereitung möglich.

3. Stufe - Vorbereitung vor Ort
Vor der Durchführung des Unterrichtes wird, insofern der vorgesehene Unterrichtsort nicht bekannt ist, derselbe aufgesucht um die Übungen und Inhalte auf den gewählten Standort abstimmen zu können. Zum Teil verlangen die Übungen auch konkrete Vorbereitungen im Freien. Insbesondere bei großen Gruppen und bei solchen verwendete Übungen die es ermöglichen bis zu 200 Teilnehmer einzubinden, ist eine gründliche Vorbereitung erforderlich.

4. Stufe - Der Unterricht
Diese Stufe bildet den eigentlichen Unterricht. Dabei sind zwei Dinge wesentlich. Einerseits dass die TeilnehmerInnen stets von der Schule bzw. dem vereinbarten Treffpunkt abgeholt und wieder dorthin zurückgebracht werden.

Andererseits die Einbindung des spielerischen Elementes. Bei Kindern muss der Anteil an Spielen überwiegen, beinahe der gesamte Unterricht wird auf Spiele aufgebaut. Aber auch bei Erwachsenen werden Spiele eingesetzt um damit die Aufnahmefähigkeit der Teilnehmenden zu fördern.

Unterschieden wird dabei zwischen Lern-, Kreativ- und Bewegungsspielen. Diese drei Arten müssen sich stets abwechseln. Besonders wichtig bei der Unterrichtsgestaltung ist das Festlegen des Beginns und des Endes der gemeinsam verbrachten Zeit. Als Einstieg muss immer eine Übung eingebunden werden die die Teilnehmer ermuntert oder je nach Situation zur Ruhe kommen lässt - um schließlich die erwünschte Aufmerksamkeit zu erhalten. Am Ende des Unterrichtes soll stets eine Übung gemacht werden, die den Teilnehmern die Möglichkeit bietet das Erlebte, Erfahrene nochmals zu wiederholen.

5. Stufe - Die Rückmeldung
Ein nur kurzer - aber ungemein wichtiger Abschnitt im 7-Stufen-Plan nach Lambért ist die Rückmeldungsrunde am Ende eines jeden Unterrichtes. Hierbei ist die Rückmeldung seitens der TeilnehmerInnen gemeint. Wichtig ist dies für den Betreuer - denn nur so kann er erfahren, wo seine Stärken und wo seine Schwächen liegen. Auch wenn vielen Umweltpädagogen diese Rückmelderunde unangenehm ist - da insbesondere Kinder sehr ehrlich sein können - so stellt sie eine Pflicht für jeden Betreuer dar, der nach nach Lambèrt arbeitet.

6. Stufe - Nachbereitungsgespräch
So wie das Gespräch mit den TeilnehmerInnen nach dem Unterricht wesentlich ist, so ist auch eine abschließende Besprechung mit den Lehrpersonen oder Gruppenleitern von eminenter Bedeutung. Hier bietet sich wiederum die Gelegenheit einer kostenlos Kritik und zudem können an dieser Stelle eventuelle Unklarheiten beseitigt und die weitere Zusammenarbeit besprochen werden. Teil dieses Gesprächs wird auch der Inhalt der 7. Stufe sein.

7. Stufe - Nachbereitungsmaterial
Auf Wunsch der Lehrpersonen oder der Gruppenleitung werden Material zur weiteren Aufarbeitung des behandelten Themas zur Verfügung gestellt.

 

Methoden der Umweltpädagogik bei CeBisch:

Methode nach Lambért

Eine übergreifende Methode zur Vermittlung von umweltpädagogischen Inhalten - entstanden aus der Praxis. weiterlesen

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